Dienstag, 23. Oktober 2012

Bertinistrasse feierlich eröffnet

Riesenfreude in „Vorderpollern“

Anlieger und Flaneure beklatschen Bertinistraße


POTSDAM MAZ 19.10.12 - Die ersten Radler waren begeistert: „Das flutscht ja“, lobten zwei Herren, die auf der gestern wiedereröffneten Bertinistraße den Asphalt entlangrollten. 17 Monate hatten Stadt und Energieversorger EWP dort gebaut, Leitungen erneuert und die Straße von einer Holperstrecke in eine Asphaltpiste mit gepflegten Seitenräumen verwandelt – für rund 1,4 Millionen Euro. Man sei im Termin und Kostenrahmen geblieben, „mal wieder“, betonte Baudezernent Matthias Klipp.
Die Anrainer – sie kamen sehr zahlreich zur Eröffnung – hätten den Umbau in „selten erlebter Weise“ unterstützt“, das sei „hinreißend“ gewesen, dankte Klipp. Jan Fiebelkorn-Drasen, Vorsitzender der Nachbarschaftsinitiative, nannte „im Namen der Anwohner“ den Bau „ein Muss wegen der Leitungen und ein Plus für Touristen und Spaziergänger“, die das idyllische Wegstück zwischen Jungfernsee und schönen Villen seit Langem als Flanierstrecke nutzen. Der Umbau begann an der Meierei am Neuen Garten und endete am Rondell zwischen Villa Jacobs und Villa Gutmann. Vor dem Rondell wurde die Straße mit Pollern unterbrochen, um Durchgangsverkehr Ufer fernzuhalten, der die Innenstadt umfahren möchte und um den Tunnel, der zur Villa Gutman gehört, zu schützen. Deren Eigentümer haben der Stadt ein Wegerecht für Radler und Fußgänger eingeräumt, auch das ein Grund für Klipps Dank.
Fiebelkorn-Drasen lobte die Stadtverwaltung, dass sie „den Bebauungsplan 60 so konsequent umsetzt“, der diese Entkopplung vorsehe. Dagegen haben die Anrainer nördlich der Unterbrechung allerdings geklagt, sie wollen weiterhin über die Bertinistraße zu ihren Grundstücken fahren und nicht über die Nedlitzer- und die Fritz-von-der-Lancken-Straße. Die Kläger lesen den B-Plan so, dass ihnen dieser Anliegerverkehr erlaubt bleiben müsse und fühlen sich nun in „Hinterpollern“ abgeschnitten. Der Einweihung blieben sie fern.
Die Klage habe keine Chance auf Erfolg, sagte Matthias Klipp, er hoffe, dass sie zurückgezogen werde und dann Frieden am Jungfernsee einkehre. Klipp kündigte zudem an, dass ab Frühjahr der Uferweg weitergebaut werde. Der startet im Moment kurz vor der Villa Gutmann und endet kurz hinter der Villa Jacobs. Er soll schrittweise über den Plattner-Campus bis zur Nedlitzer Südbrücke geführt werden. (Von Jan Bosschaart)

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